Spirituelle Selbsterforschung

Fragen, Wer bin ich? Wo komme ich her? Wie kann ich mein Leben sinnvoll gestalten? Was bringt mich durch Krisen? Wie gehe ich, mit meinen unliebsamen Gefühlen und deren anderer um? Gibt es menschliche Werte, die Religions-, Kultur-, Konfessions- und Konventions- unabhängig und beständig sind?

Mit Herz und Verstand im Einklang leben und den Alltag meistern, wünschen sich die meisten Menschen. Unsere inneren Kräfte sind jedoch wechselvoll, mannigfaltig und treten durch äußere, wie innere Stimuli ausgelöst, häufig unkontrolliert zu Tage. Die zahlreichen Polaritäten des Menschseins, in seinen Teilpersönlichkeiten, die ineinander greifen, zu erkennen und zu begreifen, wird uns vielleicht in der Gänze nicht möglich sein, doch gibt es in jedem Menschen in der Tiefe des Innen, einen Ort der Harmonie, von dem enorme stärkende Energien ausgehen.

Sage nicht, ich bin in mir, denn in mir bin ich nicht. Ein Selbst ist in mir, in der Tiefe des Innen.
Yunus Emre, 13. Jahr.

Im Schmelztiegel des Lebens ist ein Gleichgewicht von Verstand und Liebe gefragt. Gefühlen wahllos zu folgen, kann gefährlich werden. Ratsam ist es, aufmerksam auf die Gefühle zu horchen, sie wahrzunehmen und zu entscheiden, welche wir betrachten und zulassen wollen und welche nicht und wie wir mit ihnen umgehen wollen. Wir können lernen sie zu begreifen, auszudrücken, zu transformieren. Praktiken alter Traditionen, wie z.B. aus dem Sufismus, können dabei hilfreich sein und kraftvolle Unterstützung leisten.

Spirituelle Lieder, Mantrenrezitationen, Zikir, Sema und Poesie können helfen, verborgenes Potential zu entdecken, sich damit vertraut zu machen und mit der Quelle der Kraft in Verbindung zu treten.